Phonologische Bewusstheit

Die entscheidende metasprachliche Fähigkeit des Gehirns, die formale, abstrakte Klangstruktur der gesprochenen Sprache wahrzunehmen und zu manipulieren, völlig unabhängig vom tatsächlichen Bedeutungsinhalt der Wörter. Sie gliedert sich klassisch in zwei Stufen: die Wahrnehmung größerer Einheiten wie Silben und Reime (Phonologische Bewusstheit im weiteren Sinn, oft im Kindergartenalter erworben) und die gezielte Analyse und Synthese einzelner Laute (Phoneme) innerhalb eines Wortes, z. B. zu erkennen, dass 'Maus' mit /M/ beginnt (Phonologische Bewusstheit im engeren Sinn). Eine altersgemäß ausgebildete phonologische Bewusstheit ist wissenschaftlich erwiesen der stärkste Prädiktor und die absolut wichtigste kognitive Grundvoraussetzung für einen reibungslosen und fehlerfreien Schriftspracherwerb in der Grundschule.